A8-Vollsperrung und 6:26-Lauf: Ludwigsburg startet mit Handicap(s)

24.04.2026  •  Herren II | ProB

Eine viereinhalbstündige Hinfahrt samt kompletter Autobahn-Vollsperrung, ein um 90 Minuten verschobener Spielbeginn und ein äußerst kurzes Warm-Up überlagern für die Porsche Basketball-Akademie den Viertelfinal-Start der ProB-Playoffs. In Ulm sind die Gelb-Schwarzen in der ersten Halbzeit weitestgehend spielbestimmend, ab der 22. Minute aber der OrangeAcademy in jeglicher Hinsicht unterlegen. Ein 6:26-Anti-Lauf im dritten Viertel, eine ungleiche Freiwurf-Verteilung (10:38) und die Ulmer Offensiv-Qualitäten entscheiden den Viertelfinal-Auftakt: 70:79.

121 Kilometer trennen Ludwigsburg und Ulm, liegen zwischen der Rundsporthalle und dem OrangeCampus. Wie alle Beteiligten in der BARMER 2. Basketball Bundesliga nun wissen: eine tagesfüllende Distanz. Über viereinhalb Stunden benötigten die BBA’ler am Donnerstag, um zur Veranstaltungsstätte des ersten Viertelfinal-Playoff-Spiels ihrer Historie zu gelangen. Aufgrund zweier ineinander verkeilter Lastkraftwagen und mehrerer Verletzter steckten die Gelb-Schwarzen stundenlang auf der A8 und im Alb-Donau-Kreis fest, sodass der Serien-Auftakt erst um 21:03 Uhr – statt wie geplant um 19:30 Uhr – starten konnte.

Offensichtlich eine denkbar schlechte Ausgangsposition für beide Mannschaften. Immerhin: Ulm konnte die Wartezeit im eigenen Wohnzimmer statt sitzend im Auto verbringen, was sich im weiteren Verlauf bemerkbar machen sollte. Zunächst starteten die Gäste exzellent und beeindruckend. Marko Masi und Simon Feneberg waren offensiv direkt auf Betriebstemperatur, die ersten Punkte, die erste Führung und der erste zweistellige Vorsprung (8:18) waren allesamt auf Ludwigsburger Seite. Auch Maxwell Dongmo Temoka wusste mit 100%-Quote und als einer der Anführer in einer defensiv starken Einheit zu überzeugen (12:27, 10. Spielminute).

Er, Lukas Modic und Co. ließen zwar nicht nach, alsbald waren aber nur noch die Hausherren tonangebend: Meissa Faye, Joel Cwik und Namori Omog blieben zwar im Rückstand, sorgten aber für eine veränderte Kopie des ersten Abschnitts. Nun war es die OrangeAcademy, die dominierte (25:15 / 37:42, 20.).

Kurzzeitig schien Ludwigsburg nach dem Seitenwechsel, der ersten ruhigeren Vorbereitung des Abends in der Halbzeitpause und dreier Distanztreffer von Feneberg und Modic wieder Zugriff zu erlangen (39:51). Der gute Start blieb jedoch das berüchtigte Leuchtfeuer. Nach 51 markierten Zählern in den ersten 22 Spielminuten riss der Faden komplett. Ulm kam zurück in seinen Rhythmus, ins Laufen und Treffen. Die Orange-Weißen dominierten beidseitig des Parketts mit Physis, Selbstbewusstsein und Offensive. Die Gelb-Schwarzen waren zu unkonzentriert, zu fehlerbehaftet und zu inkonsequent – auch Auszeiten und Anpassungen blieben weitestgehend wirkungslos, was in der Vorentscheidung mündete.

Die Barockstädter zeigten große Moral, konnten sowohl den Spielausgang als auch den damit einhergehenden 0:1-Serienstand aber nicht verhindern. Folgerichtig ist das zweite Viertelfinal-Duell am Sonntag (26.04.; 18:00 Uhr) ein entscheidendes: Ulm hat Matchball, Ludwigsburg Heimvorteil.

Stats

Für Ulm spielten: Meissa Faye 23 Punkte / 5 Rebounds, Joel Cwik 19, Namori Omog 11 / 5 Assists, Zoran Milicic 11, Felix Kiehlneker 6, Tobias Holbach 4 / 11 Rebounds, Yanu Slingerland 2, Marko Dordevic 2, Lenni Kunzewitsch und Barna Buglyó.

Für Ludwigsburg spielten: Simon Feneberg 22 Punkte / 5 Assists, Marko Masic 12, Lukas Modic 11 / 11 Rebounds, Maxwell Dongmo Temoka 7 / 7, Daniel Mack 5, Yohann Tchouaffe 4, Lars Danziger 3, Sebastian Kuhn 2, Abdulhay Kömürkara 2, David Engelhart 2 und Kenan Youdom.