
Emotionaler Heimsieg mit Höhe, Tiefe und Hochgefühl
Die Porsche Basketball-Akademie ist endgültig in der fünften ProB-Saison ihrer Historie angekommen: Am 2. Spieltag gelingt den Ludwigsburgern ein 78:75-Sieg gegen die TSV Oberhaching Tropics. Parallel zu den Debüts von Lino Tomás Duarte (10:51 Minuten) und Saad Mouachi Aouaj (01:54 Minuten) geben die Schwaben zwar eine souveräne Führung aus der Hand, behalten am Ende aber dennoch die Oberhand.
Dass die Gelb-Schwarzen am frühen Samstagabend letztlich Strahlen und Jubeln würden, danach sah es in der Rundsporthalle lange Zeit aus und gleichermaßen gar nicht aus. Doch der Reihe nach. Headcoach Jordi Saltó musste personell doppelt umstellen: Danilo Zdravkovic und Josia Gentischer mussten verletzungsbedingt aussetzen, hierfür rückten Armin Pivac und Saad Mouachi Aouaj ins Line-Up, das unabhängig von jedem BBA-Akteur quantitativ überlegen war. Oberhaching war mit lediglich acht Mann in die Barockstadt gereist, ließ sich davon aber nicht verunsichern.
Viel eher waren die erfahrenen Gäste sich dieser Lage bewusst, agierten mit einer Zonen-Verteidigung und vertrauten auf Philipp Bode und Nedzad Muratovic. Zurecht, wie sich zeigen sollte. Allen voran Big Man Muratovic war für die Hausherren nicht zu stoppen, bereits weit vor der Pause auf Double-Double-Kurs. Ludwigsburg startete zwar unkonzentriert und mit mehreren Ballverlusten, insgesamt aber durchaus solide und mit viel Physis, die Oberhaching zusetzte. Da zunächst Max Riedel heiß lief, Saltó zudem tief in die Bank ging und alle zwölf Akteure ihre Anteile hatten, war die Führung folgerichtig und fiel tendenziell zu niedrig aus (19:13, 10. Spielminute / 41:35, 20.).
Nach dem Gang in die Kabinen sollte vom Eindruck des besseren Kontrahenten, der zu wenig aus seinen Möglichkeiten machte, nichts übrigbleiben: Während die Tropics gut eingestellt und defensiv verfeinert zurück aufs Parkett kamen, agierten die BBA’ler dem Stereotyp ihres Alters entsprechend. Sie ließen sich vom Gegnerdruck, nicht fallenden Würfen, Foulpfiffen und Ballverlusten gänzlich aus dem Rhythmus bringen, fanden offensiv überhaupt nicht mehr statt und hatten in der Verteidigung weiterhin keine Antworten gegen Muratovic und auch gegen Center-Kollege Maximilian May. All dies resultierte in einem 10:25-Abschnitt, der sich im vierten Abschnitt in einem 57:68-Rückstand (34.) widerspiegelte. Ludwigsburg hing wie der sprichwörtliche Boxer in den Seilen, berappelte sich aber zum genau richtigen Zeitpunkt: In den letzten fünf Minuten der Partie spielten die Gelb-Schwarzen (wieder) ihren besten Basketball, durchbrachen ihre Durststrecke an der Freiwurflinie (10/16 | 63 FT%), kamen zum Ausgleich und zu defensiven Stopps, die sie mit dem letzten Führungswechsel veredelten. Sieben Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene sorgte Danziger von jenseits der 6,75-Meter-Linie für Zählbares und einen Endorphinschub, der Ludwigsburg bis weit nach Spielschluss begleitete.
Und gewissermaßen auch in der Fremde begleiten soll: Denn die Herren II sind nun doppelt in der auswärts gefordert. Am 3. Spieltag gastieren sie in Erfurt (11.10.; 17:00 Uhr), am Mittwoch darauf in Stadtbergen (14.10.; 19:30 Uhr).
Stats
Für Ludwigsburg spielten: Kénan Youdom 18 Punkte / 9 Assists, Max Riedel 17, Lars Danziger 14 / 6 Assists, Lukas Modic 9 / 5 Rebounds, Yohann Tchouaffe 8 / 9 Rebounds, Lino Tomás Duarte 5, Armin Pivac 5, Daniel Mack 2, Jonathan Knödel, Sebastian Kuhn, Bink de Goede, Saad Mouachi Aouaj
Für Oberhaching spielten: Nedzad Muratovic 28 Punkte / 11 Rebounds, Maximilian May 16 / 9, Frederik Müller 8, Philipp Bode 8 / 5 Rebounds / 5 Assists, Dzenis Hodovic 8, Aminu Abibu 5, Daniel Riedrich 2 und Niklas Schüler.



