Derby-Debakel nach Pokal-Party

01.11.2026  •  Herren II | ProB

Für die Porsche Basketball-Akademie endet ein insgesamt höchst erfreuliches Wochenende, mit der erstmaligen Teilnahme und dem Titel-Triumph im NBBL-Ligapokal, dazu in den kommenden Tagen mehr, denkbar schlecht. Im ProB-Duell gegen Fellbach fabrizieren die Schwaben ein 40-minütiges Fehlerfestival und sind gegen starke Flashers beim 56:91 chancenlos.

Zwischen umjubelten Titelträumen und ernüchterten Mienen liegen in der Rundsporthalle am Sonntag knapp sechs Stunden. Während um 13:51 Uhr die Titelübergabe durch Liga-Geschäftsführer Tobit Schäfer gefeiert wurde, war um 19:40 Uhr Schadensbegrenzung angesagt – die zwar gelingen sollte, gleichzeitig aber nicht das Tagesziel war. Denn mit fünf frisch gekürten Pokalsiegern und Kapitän Josia Gentischer im Aufgebot starteten die Ludwigsburger mit emotionalem Rückenwind ins Derby.

In der gut gefüllten Rundsporthalle, mit Dutzenden Gästefans, sollten nach den ersten Minuten aber die Auswirkungen der beiden vorangegangenen Partien des Wochenendes sichtbar werden: Die BBA‘ler erlaubten sich mit und ohne Gegnerdruck zahllose Ballverluste (insgesamt 20) sowie allein in den ersten 20 Spielminuten 17 Fastbreak-Punkte der Flashers. Die Derby-Gäste erarbeiteten sich eine spielerische Wohlfühloase, erhielten dabei aber auch tatkräftige Unterstützung auf dem gelb-schwarzen Silbertablett. Ludwigsburg war beim Rebound und innerhalb der Zone schwach, defensiv nachlässig und ließ offensiv zudem 44 Feld- und acht Freiwurfversuche liegen.

Die Gäste ließen sich zum Abschluss des 6. Spieltags auch ohne Topscorer Dmonte Brown nicht zweimal bitten – und erwischten teils auch einen Sahnetag. Silver Bieling (7,5 Punkte pro Spiel) war dahingehend in ganz besonderer Form zu nennen. Der 21-Jährige verwandelte sieben seiner elf Drei-Punkt-Würfe, markierte einen neuen Karrierebestwert (25 Punkte) und war schon als Individuum für die Barockstädter eine nicht zu stoppende Herausforderung. Fellbach war als Ganzes zwar nicht derart herausragend, gleichzeitig aber signifikant besser und nutze im ersten (11:25) und vierten (14:26) jeden Ludwigsburger Fehler aus.

Da die Hausherren zwar Moral zeigten, insgesamt aber Rhythmus und Kraftreserven vermissen ließen, war die Niederlage lange Zeit absehbar, sodass die Ludwigsburger immerhin etwas Tempo herausnehmen konnten. Tomás Duarte (24:02 Minuten), Gentischer (11:14) und Danilo Zdravkovic (18:55) erhielten so weitere Erfahrungswerte in ihrer jeweils ersten ProB-Saison und konnten bereits auf dem Parkett mit der Verarbeitung des Erlebten beginnen.

Die Lehren daraus werden in den kommenden Tagen gezogen werden – mit einem Mehr an Regenerationszeit, einem Titel in Händen und dem Auswärtsspiel in Leverkusen (07.11.; 18:00 Uhr) vor Augen.

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Danilo Zdravkovic 15 Punkte, Lukas Modic 12 / 9 Rebounds, Lino Tomás Duarte 8, Yohann Tchouaffe 8 / 5 Assists, Sebastian Kuhn 3, Armin Pivac 3, Kénan Youdom 3, Josia Gentischer 3, Daniel Mack 1, Lars Danziger und Bink de Goede.

Für Fellbach spielten: Silver Bieling 25 Punkte, Jason Edokpayi 17 / 7 Rebounds, Jonathan Zeisberger 11 / 6 Assists, Daniel Zacek 8 / 5 Rebounds, Jonathan Gerlinger 8 / 9 Rebounds, Thomas Billinger 8, Dennis Diala 6 / 11 Rebounds, Marko Lavric 6 und Jannik Furkert.